Wanderung durch die Stuibenfälle

Von den Umspannwerken der Elektrizitätswerke Reutte hinter den Produktionshallen des Metallwerk Plansee (Parkmöglichkeit) wandert man der Beschilderung folgend Richtung Stuibenfälle. Hier beginnt auch schon der Hermannsteig, welcher entlang der Stuibenfälle in das Tal hineinzieht. Auf gesichertem Steig an kleinen Wasserfällen vorbei gelangt man auf freies Terrain und über schöne Waldböden zum Großen Stuibenfall. Der Weg führt weiter in Serpentinen hinauf zur Kanzel und weiter zum zweiten, etwas kleineren Wasserfall. Am oberen Ende der Stuibenfälle gelangen Sie zum Kleinen Plansee. Dort queren Sie über eine Brücke das Gewässer und laufen über den „Ministersteig“ zurück zum Ausgangspunkt.

Geheimtipp

Sie sind nicht leicht zu finden aber die Suche zahlt sich aus!

Am Ministersteig finden Sie einige Bänke von denen Sie einen wunderbaren Panoramablick auf die Stuibenfälle und den Reuttener Talkessel haben.

Stuibenfälle Wanderung

Schwierigkeit: mittel
Strecke: 5,5 km
Aufstieg: 238 m
Abstieg: 238 m
Dauer: 2:05 h
Tiefster Punkt: 864 m
Höchster Punkt: 999 m
Sollten Sie die Runde verlängern wollen, haben Sie die Möglichkeit vom Kleinen Plansee aus an der kleinen Kapelle „Frauenbrünnele“ vorbei weiter rund um den zweitgrößten See Tirols, den Plansee, zu wandern. Die dort verkehrenden Linienschiffe können Ihnen auch eine Wegstrecke abnehmen, Fahrpläne erhalten Sie in den Tourismusbüros der Naturparkregion Reutte.
Der Plansee lädt an warmen Tagen zum Schwimmen ein. Auch Einkehrmöglichkeiten finden sich entlang des Sees. Das Hotel Seespitze am Fuße des kleinen Plansees, das Hotel Forelle sowie die Musteralpe mit eigener Käseproduktion und Schaukäserei am unteren Ende des Plansees bieten sich für einen Einkehrschwung an.

Informieren Sie sich kostenlos & unverbindlich!

TVB Naturparkregion Reutte

Untermarkt 34, A-6600 Reutte
Tel. +43 (5672) 62336 – Fax +43(5672) 62336 40
E-Mail info(at)reutte.com

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Wandern in der Naturparkregion Reutte

Die Landschaft der Naturparkregion Reutte ist überaus vielfältig. Der Wechsel von Bergen und Tälern, Bächen und Seen, Wiesen und Wäldern macht diese Region unverkennbar. Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Reize und Eigenheiten. Ländlicher Charme und städtisches Flair geben der Region im Vitalen Land eine besondere Note. Viele Familien, Aktiv- und Genussurlauber tanken hier nach Herzenslust neue Energie – meist bei einer ausgiebigen Wander- oder Bergtour.
Beliebte Wanderziele in der Naturparkregion Reutte sind zahlreiche Almen und Hütten, die Burgenwelt Ehrenberg mit Museum, Naturausstellung und als neues Highlight die highline179längste Fußgängerhängebrücke der Welt im Tibet Style. Außerdem laden fünf glasklare Seen und die Stuibenfälle mit ihren Naturbadebecken nicht nur zu einer tollen Wanderung für jedermann, sondern im Sommer auch zur Abkühlung und Entspannung ein.

Tipp

Regionale Bergführerbüros bieten geführte Canyoningtouren bei den Stuibenfällen an! Nähere Informationen dazu bekommen Sie in den Tourismusbüros der Naturparkregion Reutte.

Informieren Sie sich kostenlos & unverbindlich!

TVB Naturparkregion Reutte

Untermarkt 34, A-6600 Reutte
Tel. +43 (5672) 62336 – Fax +43(5672) 62336 40
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Historisches

Die Stuibenfälle

1756 werden die Stuibenfälle in der Beschreibung des Ruralkapitels (Dekanates) Füssen (vorhanden im Pfarr- und Dekanatsarchiv Breitenwang) genannt. Dabei haftet dieser Beschreibung nichts Romantisches, sondern etwas Bedrohliches an, ging es doch um Leben und Tod, weil über sie das Holz aus der Planseegegend gedriftet werden musste. Man liest, dass über den Plansee und die Planseeache jährlich „etliche Hundert Klafter Holz“ (1 Klafter = 1,897 m) zum Brennen und zum Bauen gedriftet werden. Dabei mussten die bedrohlichen Stuibenfälle überwunden werden. Der große Stuibenfall wird als „jäher Abfall in der Höhe eines Kirchturms“ geschildert, bei dem schon viele ihr Leben lassen mussten. Die Sage berichtet uns von zahlreichen Geistern in Reutte und Umgebung. Um sie zu bannen, wurde damals ein Kapuzinerpater geholt, der die Geister in die Stuibenfälle verbannte. Dadurch erhielten im Volksglauben die Stuibenfälle nochmals etwas Bedrohliches.

Anders werden sie schon 1783 in der Beschreibung des ehemaligen Heilbades Kreckelmoos geschildert (Beschreibung des Daurenhofer Sauerbrunnens, und des sogenannten Krecklmoser Bades bey Reutti im Tyrol. Nebst einem Anhang für Aerzte, und dem Abriß des Badhauses. Herausgegeben von Peter Paul Mayr, der Philosophie und der Arzneykunde Doktor, und Physikus zu Reutti. 1783). Hier werden die Stuibenfälle für die Besucher dieses Heilbades als lohnendes Ausflugsziel geschildert. Man liest: „Die Wasserfälle des Stuibenfalles spiegeln in vielfältigen Regenbögen, und das Echo hallt besonders bei Blasinstrumenten wieder, sodass sich Lust und Vergnügen ins Herz und Ohr ergießet“. Man könnte diese Beschreibung auch als erstes bebildertes Werbeprospekt für Reutte ansehen.

Die Stuibenfälle im historischen Tirol

Von 1806 bis 1814 gehörte Tirol zum Königreich Bayern. Im Jahr 1808 erhielten die Stuibenfälle erstmals königlichen Besuch. Als der bayerische Kronprinz, der nachmalige König Ludwig I., durch Reutte reiste, unterbrach er seine Reise und stattete den Stuibenfällen einen Besuch ab (Pfarrchronik Breitenwang). Das weist darauf hin, dass die Stuibenfälle damals schon in höchsten Kreisen als Naturwunder bekannt waren. Mit der Romantik und dem damit verbundenen Erwachen der Naturbegeisterung rücken die Stuibenfälle vermehrt in den Blickpunkt neuer Besucherschichten. Vergessen war die lebensgefährliche Holzdrift, vergessen waren auch die in den Stuibenfälle, gebannten Geister. Es entstand eine vollkommen neues, naturverbundenes Bild. Die Stuibenfälle wurden zunehmend auch in Gedichten besungen.

Das älteste bekannte Gedicht stammt aus dem Jahr 1838. Der in Reutte tätige kaiserliche Beamte Karl von Samern besingt hier poetisch Reutte und seine Umgebung, darunter auch den Stuibenfall:

Sein Wasser stürzt herab in zwei berühmten Fällen Und liefert für den Tisch die köstlichsten Forellen. Die Fremden kommen kaum noch an, so fragen alle: Wer führt uns? Wo ist der Weg zum Wasserfalle? Es lohnt sich wirklich auch der Mühe hinzueilen, Denn ist man dort, so wünscht man lange dort zu weilen. Der Wasserfall verdient ein eigenes Gedicht, Doch echt beschreiben wird ihn auch das Beste nicht. Nur eins: sogleich erscheint der Iris buntes Licht, Wenn sich im Wasserfall der Strahl des Phöbus bricht.

Solche poetische Beschreibungen häufen sich nun. Dazu kommen bildliche Darstellungen, zunächst als Stiche und später mit dem Aufkommen der Ansichtskarten in einer fast unüberschaubaren Zahl. Es ging damals kein durchgehender Wag über die Stuibenfälle zum Plansee. Das war wohl der Grund, dass Beda Weber 1838 bei seiner Wanderung die Stuibenfälle nicht erwähnt (Das Land Tirol. Ein Handbuch für Reisende, 1837, 1838), wohl aber ausführlich den Plansee „umsungen von zahllosen Vögeln und tausendstimmigem Widerhall“. 1842 wanderte auch Ludwig Steub, der gerne als „Pfadfinder Europas“ bezeichnet wird, zu den Stuibenfällen (Drei Sommer in Tirol, erschienen 1871). Er schreibt: „Von Breitenwang ist eine Viertelstunde zu den schönen Fällen des Stuibenbaches, der aus dem Plansee kommt, der Plansee selbst aber ist ein Bild voll reizender Bergeinsamkeit.“

Auch die Literatur verweist auf die Stuibenfälle

Das „Handbuch für Reisende“ berichtet 1856 beinahe schwärmerisch von den Stuibenfällen (Handbuch für Reisende im Algäu, Lechthal und Bregenzerwald): „Von Ferner tönt dumpfes Rauschen, erst leise, dann vernehmlicher, und nach einstündiger Wanderung erreicht man die wilde Schlucht, durch welche der Archbach, dem Plansee entströmend, in vier Absätzen mit donnerndem Getöse in die Tiefe stürzt … Der Wasserfall des Stuiben, – am schönsten bei sinkender Sonne, wenn der aufwirbelnde Wasserstaub in dem brillantesten Farbensiel erglänzt, – darf wohl den gerühmtesten Fällen in den Tyroler und Schweizer Alpen an die Seite gestellt werden.“ Mit der Errichtung des Hermannsteiges – so genannt nach Friedrich Carl Hermann, dem Besitz der Textilfabrik, der von 1855 bis zu seinem Tod 1872 das Unternehmen leitete – kam die Verbindung zum Plansee zustande, wobei besonders die Aussichtsplattform zum großen Stuibenfall noch heute eine Attraktion ist. Ein neuer Abschnitt begann für die Stuibenfälle 1901 mit der Gründung des Elektrizitätswerkes Reutte. Da nur mehr eine vorgeschriebene Restmenge an Wasser über die Stuibenfälle fließt, kann das Schauspiel des vollen Wasserschwalles nur zur Schneeschmelze oder bei Hochwasser erlebt werden. Im Zuge eines weiteren Ausbaues des Elektrizitätswerks entstand der Ministersteig. Am 29. August 1925 besichtigte der Bundesminister für Handel und Verkehr, Dr. Hans Schürff, die Baumaßnahmen am Plansee. Der auf der orographisch rechten Seite des Stuibenfalls zum Plansee führende Steig trägt aus diesem Anlass noch heute den Namen „Ministersteig“. Heute ist er eine touristische Attraktion. Jedoch wurde er ursprünglich nicht dazu angelegt, sondern diente als kürzeste Verbingung zwischen dem Kraftwerk und der Staustufe am Plansee. Heute sind die Stuibenfälle nicht nur eine touristische Attraktion, sondern sie sind für die Einheimischen ein beliebtes Naherholungsgebiet. © Dr. Richard Lipp, 6600 Reutte, Untergsteig 15, archiv@lipp-online.at